Sommerakademie Musik 2022

Sommerakademie für Alte Musik in der Musik- und Kunstschule Bielefeld

28.06.22 – 30.06.22

Erstmalig wird in der Musik- und Kunstschule die Sommerakademie für Alte Musik für Instrumentalist:innen und Sänger:innen stattfinden. An drei Tagen wird für die Teilnehmer:innen ein faszinierendes Programm aus Einzellektionen in Instrumentalkursen am Vormittag und Kammermusik am Nachmittag erlebbar. Darüber hinaus gibt es ein Dozent:innen- und Teilnehmer:innenkonzert, Vorträge und gemeinsame Chorarbeit.

Alle Dozent:innen der Akademie sind ausgewiesene Spezialisten im Bereich der Alten Musik:

Raluca Tihon- Traversflöte

Frank Oberschelp- Blockflöte

Lea Martensmeier- Gesang, Chor

Jesse Groenewald- Barockvioline

Sebastian Foron- Barockcello

Hermann Hickethier- Viola da Gamba

Riccardo Delfino- historische Harfe

Friedemann Engelbert- Cembalo

Simon Brüggeshemke- Cembalo, Korrepetition

Wer kann teilnehmen?

Teilnehmen können an dieser Sommerkademie für Alte Musik jugendliche und erwachsene Instrumentalist:innen und Sänger:innen, die neugierig sind, Alte Musik mit ihrem Instrument oder ihrer Stimme zu erkunden, Kenntnisse und Fertigkeiten zu vertiefen und dies gemeinsam mit anderen zu erleben.

Unterricht:

An den Vormittagen finden die Einzellektionen in den verschiedenen Instrumental- und Vokalklassen statt. Am Nachmittag gibt es verschiedene Kammermusik- und Ensembleangebote für alle Teilnehmer:innen. Alle Veranstaltungen finden in den Räumlichkeiten der Musik- und Kunstschule Bielefeld statt. In jedem Instrumental- und Vokalkurs stehen 5 Plätze zur Verfügung. Bitte geben Sie bei Anmeldung die vorbereiteten Werke an. Die Stimmtonhöhe der Sommerakademie ist 440 hz. Instrumente in 415 hz  sind willkommen.

Zeitplan:

09.00-09.30   Vortrag für alle

10.00-13.00    Einzellektionen

14:00-16.00    Kammermusik

16.00-17.00    Chor für Alle

Konzerte:

Am 29.6. findet das Dozentenkonzert und am 30.6. das Teilnehmerkonzert statt. Beide Konzerte finden um 19.30 Uhr in der Rondiste der Musik- und Kunstschule statt.

Kosten und Anmeldung:

Teilnahmebeitrag 150 €
Für Schüler:innen der Muku bis 21 Jahre und für Auszubildende 90 €.
Darin enthalten sind Einzellektionen der Instrumentalkurse, Kammermusik, Vorträge, Chor, sowie Eintritt zu beiden Konzerten. Der Anmeldeschluss ist der 16.5.22.
Die Rechnungsstellung erfolgt durch die Musik- und Kunstschule Bielefeld nach Ablauf der Veranstaltung.

Die Anmeldung erfolgt in zwei Schritten:

  1. über die Online-Anmeldung auf dieser Seite weiter unten. Hier wird jedoch noch nicht das jeweilige Instrument abgefragt.
  2.  Das Formular zur Abfrage, welches Instrument sie spielen, sowie mit weiteren Fragen an Sie zur besseren Vorbereitung der Sommerakademie finden Sie unter diesem Link: Sommerakademie Alte Musik Anmeldung und Fragen.
    Hier fragen wir z.B. nach Ihren musikalische Vorerfahrungen, Ihren vorbereiteten Werken und Ihren Instrumenten, die Sie mitbringen. Bitte beantworten Sie unbedingt diese Fragen und senden Sie Ihre Antwort per E-mail an:  frank.oberschelp@bielefeld.de

Haben Sie Fragen?

Ansprechpartner und Organisation der Sommerakademie für Alte Musik:

Frank Oberschelp,
Fon: 0521- 51 66 80
Mail: frank.oberschelp@bielefeld.de

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Ansprechpartner

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Kai Walkenhorst

Verwaltung der Kurse
Tel. 0521 / 516060

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Frank Oberschelp

Fachberater Musik
Tel. 0521 / 516680

Die Dozent:innen und das Programm:

Raluca Tihon- Traversflöte

Raluca Tihon nahm im Oktober 2013 ihr Bachelor-Studium an der Kunstuniversität „George Enescu“ Iasi auf. Nach erfolgreichem Abschluss begann sie ihr Master-Studium (moderne Querflöte; Prof. Stefan Albers) an der Musikhochschule Würzburg. Begleitend dazu studierte sie Musikwissenschaft an der Universität Würzburg.

Im Sommer 2022 wird sie ihr Masterstudium Historische Instrumente (Traversflöte: Verena Fischer) an der Musikhochschule Würzburg, sowie das Musikpädagogik-Studium an der Hochschule Luzern, Schweiz (Querflöte: Sarah Rumer/ Isabelle Schnöller; Traversflöte: Liane Ehlich) abschließen.

Zahlreiche Meisterkurse ergänzen ihre Ausbildung. Bei Barthold Kuijken, Marc Hantaï und Alfredo Bernardini verfeinerte Raluca ihr Traversflötenspiel. Bei Peter-Lukas Graf, Jean-Claude Gérard und Robert Aitken hat sie weitere Impulse für die Querflöte erhalten.

Raluca unterrichtet  am Musikzentrum Bamberg, sowie als Tutorin bei der Hochschule für Musik Würzburg, in der Schweiz unterrichtet sie an den Musikschulen in Willisau, Kriens und Sursee. Zudem bietet sie einen Workshop für barocke Verzierungen an, den sie bereits an der Kunstuniversität „George Enescu“ Iasi und der Musikschule Basel hielt.

Neben der Mitwirkung beim Musikfest Bremen (als Mitglied des Musikateliers), schafft sie sich mit ihrem Ensemble Curiositas einen Platz in der Alten Musik Szene: 2021 haben sie in der Schweiz konzertiert und 2022 folgen sie weiteren Konzerteinladungen nach Rumänien (Musica Barcensis Festival), nach Deutschland und in die Schweiz (Festival Fècule Lausanne, Sachseln und Luzern).

Raluca sammelte Orchestererfahrungen beim Philharmonischen Orchester „Moldova“ Iasi und beim Philharmonischen Orchester Würzburg und ist Mitglied verschiedener Jugendorchester (JPON oder German Nordic Youth Philharmonic). Sie wirkte bei mehreren Musikfestivals (Höri Musiktage und Mozartfest Würzburg) mit. Raluca wurde mit dem Deutschlandstipendium, dem Stipendium des Oberstdorfer Musiksommers und Mozartfests Würzburg und der Hirschmann Stiftung ausgezeichnet. 2021 gewann sie eine der Stipendien „Junge Kunst und neue Wege“ des Freistaats Bayern.

Infos zum Kurs Traversflöte:

Der Kurs bietet die Gelegenheit, sich mit dem Repertoire des Früh-, Hoch- und Spätbarocks und mit dem Klang der Traversflöte zu befassen. In den Einzellektionen besteht die Möglichkeit sowohl mit dem historischen Instrument, als auch mit der modernen Querflöte an einem oder gerne auch mehreren Barockstücken zu arbeiten. Dabei sind Klang, Artikulation, Phrasierung und Rhetorik, sowie Verzierungen einige der Schwerpunkte des Unterrichts. Dieser Kontext bietet ebenfalls eine perfekte Gelegenheit dafür, mit der Traversflöte, ihrem Klang und ihrer Beschaffenheit in Kontakt zu kommen. Hierfür sind Traversflöten zum Ausprobieren vorhanden. Am Nachmittag werden wir mit anderen Instrumenten zusammen an kammermusikalischen Werken arbeiten, Ideen austauschen und uns gegenseitig bereichern.

 

Raluca Tihon

Frank Oberschelp- Blockflöte

Frank Oberschelp wurde in Münster, Westfalen geboren. Er studierte Blockflöte bei Heiko ter Schegget, Baldrick Deerenberg und Marion Verbruggen am Conservatorium Utrecht. Frank Oberschelp legte dort 1994 das Docerend- Musicusexamen und 1995 das Konzertexamen mit Auszeichnung ab. 1998 gewann er den Solowettbewerb des „Internationalen Blockflötensymposion Calw“.

Frank Oberschelp konzertierte mit verschiedenen Ensembles und Orchestern in Deutschland und Europa. Sein Repertoire als Blockflötist umfasst Werke vom Mittelalter bis zur Moderne, sowie Irish Folk- und Jazzmusik. Mehrere CD-Produktionen dokumentieren sein künstlerisches Schaffen.

Seit 1999 leitet Frank Oberschelp den Fachbereich Blockflöte an der Musik- und Kunstschule der Stadt Bielefeld. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt im Bereich der Ensemblearbeit. So leitet er seit vielen Jahren diverse Blockflötenensembles und ist gleichzeitig sehr aktiv in projektbezogener Ensemble- und Coachingarbeit. Seit 2019 hat er einen Lehrauftrag für Blockflöte an der Hochschule für Musik in Detmold inne.

Weitere Infos: www.frank-oberschelp.de

Infos zum Kurs Blockflöte:

Nach einem gemeinsamen „Warming-Up“ arbeiten wir vormittags in den Einzellektionen an vorbereiteten Werken eigener Wahl aus Früh- und Hochbarock. Dabei beschäftigen wir uns mit Themen wie Stilistik in italienischer, französischer oder deutscher Musik des 17. und 18. Jahrhunderts, experimentieren mit Verzierungen und dem Klang und der Artikulation unserer Instrumente. Der Stimmtonhöhe der Instrumente kann 440 hz oder 415 hz sein.

Am Nachmittag spielen alle Teilnehmer:innen entweder Kammermusik in gemischter Besetzung mit anderen Instrumenten oder im Blockflötenconsort. Für die Kammermusik mit anderen Instrumenten bitte unbedingt Instrumente in 440 hz mitbringen!

frankoberschelp

Lea Martensmeier- Gesang und Chor

Die Mezzosopranistin, Gesangspädagogin und Chorleiterin Lea Martensmeier wurde in Gütersloh geboren. Bereits im Kinderchor sang sie als Solistin und war mehrfach Preisträgerin des Wettbewerbs „Jugend musiziert“.

An der Hochschule für Musik Detmold studierte Lea Martensmeier Schulmusik mit dem Hauptfach Gesang, Gesangspädagogik und Gesang für Oper und Konzert bei Prof. Gerhild Romberger. Meisterkurse bei Anne Schwanewilms und Ingeborg Danz ergänzen ihre Ausbildung.

Als Solistin sang Lea Martensmeier die Alt-Partien in großen Oratorien, wie dem Weihnachtsoratorium von J.S. Bach oder dem „Messias“ von G.F. Händel. Sie gibt Liederabende und musiziert in verschiedenen kammermusikalischen Besetzungen.

Eine ihrer großen Leidenschaften gilt dem Ensemblegesang. Lea Martensmeier ist Mitglied international besetzter Vokalensembles wie dem Chamber Choir of Europe und arbeitete mit bedeutenden Komponisten wie Morten Lauridsen und John Rutter zusammen. Zudem ist sie Mitglied im Vokalensemble „Seicento vocale“, das sich der Musik der Renaissance und des Frühbarock verschrieben hat.

Neben ihrer Konzerttätigkeit ist Lea Martensmeier eine erfahrene Gesangspädagogin und Chorleiterin. Sie dirigiert Ensembles mit unterschiedlichen Besetzungen und leitet die Kinderchöre an der Musik- und Kunstschule Bielefeld. Im Menschen die Freude am Singen zu wecken, eine stimmliche Entwicklung zu begleiten und zu fördern, sind Aufgaben, die Lea Martensmeier immer wieder aufs Neue gleichermaßen herausfordern und begeistern.

Infos zum Kurs Gesang:

Im Zuge der Sommerakademie „Alte Musik“ haben Sängerinnen und Sänger die Möglichkeit, in die Vokalmusik der Renaissance und des Frühbarocks einzutauchen, in einer Mischung aus individuellem Stimmtraining und gemeinsamer Ensemblearbeit.

Im Einzelunterricht wird erarbeitet, wie man Werke aus dieser Zeit „stilecht“ interpretiert. Frau Martensmeier hilft gerne bei der Auswahl der Stücke. Schreiben Sie in diesem Falle eine Mail an Frank Oberschelp.  Außerdem hat jede:r Teilnehmer:in die Gelegenheit, im Vokalensemble oder in einem Ensemble aus Sänger:innen und Instrumentalist:innen gemeinsam zu musizieren.

Voraussetzungen für die Teilnahme an der Sommerakademie sind eine geschulte Stimme (Gesangsunterricht oder langjährige Chorerfahrung), Erfahrungen im mehrstimmigen Singen und Notenkenntnisse.

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Jesse Groenewald- Barockvioline

Jesse Groenewald erhielt mit acht Jahren seinen ersten Violinunterricht. Im Februar 2011 nahm er sein Diplom und Bachelor-Studium, an der Stellenbosch Universität in Südafrika auf. Im 2017 begann er sein Master-Studium in Barockvioline an der Hochschule für Musik Würzburg. In 2019 / 2020 absolvierte er sein Barockvioline Master und ebenso begann er sein Master-Studium in Barockviola an der gleichen Musikhochschule.

Während seines Studiums hatte Jesse die Möglichkeit, Violin-Superstars wie Joshua Bell und Pinchas Zukerman kennenzulernen, sowie mit ihnen auf der Bühne zu stehen. Ein Highlight war seine Teilnahme an dem Projekt “Reflecting the seaons“, einer neuen „Gypsy Jazz“ Interpretation von Vivaldis 4 Jahreszeiten unter der Leitung von Tim Kliphuis und dem Tim Kliphuis Trio.

Als Barockmusiker hatte Jesse die Möglichkeit schon in Südafrika Bachs H-Moll Messe mit der Hochschule für Musik Mainz aufzuführen. Seit 2017 hatte Jesse mit verschiedenen Barockensembles und Orchestern gespielt: u.a. La Strada Armonica und Arsanti Consort. Er nahm auch an Workshops mit Lira da Braccio (Baptiste Roman), frühbarocker Diminutionspraxis (Prof. Frithjof Smith) und Viola d’amore (Ludwig Lampe) teil.

Aktuell arbeitet Jesse als Violin- und Violalehrer an verschiedenen Musikschulen, seit März 2022 auch an der Muku Bielefeld und konzertiert mit der Barockvioline und der Barockviola.

Infos zum Kurs Barockvioline:
Die Sommerakademie „Alte Musik“ bietet Geiger:innen und Bratscher:innen die Möglichkeit sich mit Werken eigener Wahl aus der Zeit des Früh– und Hochbarocks, im Rahmen der  barocken Aufführungspraxis zu beschäftigen. Dabei werden Bogentechniken (besonders Artikulation), Stilistik, leichte Verzierungen und Lagenwechsel diskutiert und ausprobiert. Barockbögen zum Ausprobieren sind vorhanden. 

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Sebastian Foron- Barockcello

Sebastian Foron studierte Violoncello in Deutschland, der Schweiz und den USA. Neben der klassischen Ausbildung beschäftigte er sich früh intensiv mit zeitgenössischem Repertoire und auch der barocken Aufführungspraxis. Unterricht am Barockcello nahm er bei Anner Bylsma in Amsterdam, Düsseldorf und Los Angeles. Regelmäßig spielt er in diversen Barockformationen mit. Daneben hat er zahlreiche Werke uraufgeführt und wiederentdeckt, wie das Cellokonzert von Marie Jaell oder auch Franz Reizenstein. Als Herausgeber ist er für den Ricordi Verlag tätig und spielte die Uraufführung des Cellokonzertes von Karel Reiner mit der Tschechischen Philharmonie. Er konzertierte solistisch in Europa, USA und Japan.

Infos zum Kurs Barockcello:

Die Art, wie man Klänge produziert, ist auf einem barocken Streichinstrument sehr anders, als auf modernen Instrumenten, die vornehmlich auf Lautstärke getrimmt sind. Die Technik bedingt das Spiel. Man spielt mit viel weniger Spannung, gestaltet die Töne hauptsächlich von rechts mit dem Bogen. Wir werden im Kurs mit Barockbogen spielen und lernen ohne Stachel das Cello zu halten. Barockbögen zum Ausprobieren sind vorhanden. Ohne Stachel ist das Instrument beweglicher, man spielt deutlich aufrechter, fühlt es als Teil des Körpers. Schwerpunkt wird die barocke Kammermusik sein. Mich interessiert dabei besonders die gemeinsame Energie und einen möglichst flexiblen Ensembleklang zu entdecken.

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Hermann Hickethier- Viola da gamba

Hermann Hickethier zählt zu den Spezialisten für Alte Musik. Er absolvierte zunächst ein Tonmeister- Studium an der Hochschule für Musik Detmold und widmete sich danach ausschließlich seinem Hauptinstrument, der Gambe. Einem zweijährigen Aufbaustudium an der Scola Cantorum Basiliensis folgten vier weitere Studienjahre bei Wieland Kuijken am Koninklijk Conservatorium in Den Haag, das er 1992 mit dem Solistendiplom abschloss.
Seine besondere Vorliebe gilt der Musik für Gambenconsort.  Mit dem Marais-Consort und der Hamburger Ratsmusik hat er zahlreiche CDs eingespielt.

Infos zum Kurs Viola da gamba:

Die Consortmusik des 16. und 17. Jahrhunderts soll Schwerpunkt der 1. Sommerakademie der MuKu Bielefeld für Spieler:innen der Viola da Gamba sein. Gerne sind hierzu andere Instrumente (Blockflöten, Geigen, Sänger:innen und Spieler:innen von Continuoinstrumenten) eingeladen. Die Stimmtonhöhe ist 440 hz, damit wir in der Kammermusik auch mit den anderen Instrumenten zusammenspielen können.

Hickethier

Riccardo Delfino- historische Harfe

Riccardo Delfino wurde 1963 in Krefeld (D) geboren. Nach seiner Klavier-und Celloausbildung beschäftigt er sich intensiv mit europäischer Folklore und dem entsprechenden Instrumentarium. In seiner Jugend bereist er als Straßenmusikant ganz Europa und erforscht die historischen Wurzeln der traditionellen Musik.

1990 absolviert er die Musikhochschule in Göteborg mit dem “University Certificate in Music” für Alte Musik. Er spezialisiert sich auf Drehleier, Dudelsack und historische Harfen. Meisterkurse für historisches Harfenspiel bei Andrew Lawrence King (GB), Cheryl Ann Fulton (USA) und Nuria Llopis Areny (E).

Seit 1982 spielt er in verschiedenen internationalen Ensembles für Alte Musik wie “Oni Wytars” (D), “Ensemble Unicorn” (A), “Accentus Austria” (A), “Le Concert Spirituel”(F), “Les Menus-Plaisirs du Roy” (B).  Diverse Anstellungen als Theatermusiker, internationale Kurs- und Konzerttätigkeit, über 80 CD-Aufnahmen, zahlreiche Fernseh- und Rundfunkproduktionen. Weitere Infos: www.riccardodelfino.eu

Infos zum Kurs historische Harfen:

Die Harfen bis zum Ende des 18. Jahrhunderts hatten eine wesentlich geringere Saitenspannung als heutige Konzertharfen und neo-keltische Harfen. Die um 1600 in Italien entwickelte „arpa doppia“ (chromatische Harfe) wurde mit zwei oder drei Reihen von Saiten ausgestattet, um als Continuo-Instrument den wachsenden musikalischen und harmonischen Anforderungen gerecht zu werden. Das Spiel auf diesen Harfen erfordert eine ganz eigene Handhaltung und Anschlagstechnik, die wir anhand des ersten uns erhaltenen Harfenlehrbuchs „Luz y Norte Musical“ (1677) von Lucas Ruiz de Ribayaz im Individualunterricht erüben und in den kammermusikalischen Zusammenhängen zur Anwendung bringen werden. Grundlegende Fragen zu Stimmsystemen und zur Continuopraxis werden dabei ebenfalls beleuchtet.

Für Kursteilnehmer ohne eigene historische Harfen besteht die Möglichkeit, auf den Harfen von Riccardo Delfino Erfahrungen mit dieser Spielweise zu machen.

Delfino

Friedemann Engelbert- Cembalo

Friedemann Engelbert studierte Kirchenmusik an der Kirchenmusikhochschule in Herford und legte dort 1997 sein A-Examen ab. Es folgte ein Aufbaustudium „Alte Musik“ mit dem Schwerpunkt Gesang am Sweelinck-Conservatorium Amsterdam bei Peter Kooij. Nach vier Jahren Kantorentätigkeit in Versmold übernahm er 2003 das Kantorenamt an der Kirche St. Nicolai Lemgo und leitete über sechzehn Jahre die traditionsreiche Orchester- und Chorarbeit am Marianne-Weber-Gymnasium. Regelmäßige Oratorienaufführungen mit namhaften Orchestern zählten ebenso zu seinem Aufgabenfeld wie die pädagogisch-musikalische Arbeit mit den verschiedenen Schüler-Ensembles. Für seine Verdienste verlieh ihm die Lippische Landeskirche 2016 den Titel „Kirchenmusikdirektor“. Seit Mai 2019 ist Engelbert Kantor an der St. Johanniskirche Halle/Westfalen und somit künstlerischer Leiter der „Haller Bachtage“.

Er ist Mitglied im Kammerchor Stuttgart (Leitung: Frieder Bernius) und dem Detmolder Ensemble „ColVoc“ und ist als Sänger, Organist und Kammermusiker tätig.

Infos zum Kurs Cembalo:

Das Cembalo ist mehr als der barocke Vorläufer des Klavieres. Die grundlegend andere Tonerzeugung durch Anreißen der Saiten anstatt durch Anschlagen verschafft einen gänzlich anderen Ausgangspunkt für Artikulation, Phrasierung und Dynamik. Pianist*innen, die sich an das Cembalo “herantasten” wollen, sollten einige barocke Stücke vorbereiten, wobei der Schwierigkeitsgrad nicht entscheidend ist.
Ein Schwerpunkt des Musizierens am Cembalo ist von jeher der Generalbass, der früher lediglich mit Ziffern über der Bass-Linie angegeben wurde. Eine Einführung in diese Spielart soll nicht zu kurz kommen.
Eine spannende Frage ist die der sogenannten “Temperatur”. Gemeint ist das Stimmsystem, nachdem Tasteninstrumente zur Barockzeit gestimmt wurden. Heute kommt der Klavierstimmer, früher machte das der Cembalist selbstverständlich allein. Was ist beim Stimmen zu beachten?

FridemannEngelbert

Simon Brüggeshemke- Cembalo-Korrepetition

geboren in Münster, studierte ab 2013 Orgel an der Hochschule für Musik in Detmold, vor dem Abitur zunächst als Jungstudent und ab 2014 als Kirchenmusikstudent in der Orgelklasse von Prof. Tomasz A. Nowak. 2021 erfolgte der Masterabschluss in Kirchenmusik mit der Gesamtnote „exzellent“. Ergänzt wurde seine Ausbildung zudem durch zahlreiche Meisterkurse zur Interpretation der Orgelliteratur, unter anderem bei Michael Radulescu (Wien), Harald Vogel (Bremen), Lorenzo Ghielmi (Mailand), Ben van Oosten (Rotterdam), Thierry Escaich und Olivier Latry (Paris). Im Rahmen seines Kirchenmusikstudiums studierte Brüggeshemke Cembalo als zweites Hauptfach, welches er mit Bestnote abschloss.

Brüggeshemke gewann den 1. Preis beim 27. Internationalen Orgelwettbewerb in Danzig-Rumia in Polen. Er konzertiert regelmäßig als Orgelsolist sowie als Continuospieler in Kooperation mit renommierten Orchestern und Chören und tritt dabei u.a. in den Konzerthäusern Dortmund, Bochum und Detmold auf. Darüber hinaus ist er seit 2020 als Lehrbeauftragter an der Hochschule für Musik Detmold im Bereich Cembalo-Korrepetition sowie seit 2021 als Kirchenmusiker der Projektstelle „Leuchtturm“ im Pastoralverbund Bad Driburg tätig.

Simon Brüggeshemke wird während der Sommerakademie als Korrepetitor am Cembalo in den diversen Instrumental- und Vokalkursen zur Verfügung stehen.

Bild Simon Brueggeshemke